Napoleonsturm

Informationen als PDF: Flyer und Informationen
 

Standort Napoleonsturm: 
Ober-Hilbersheimer Plateau zwischen Sprendlingen und Ober-Hilbersheim.


 

 

 

Der Optische Telegraf -Technik, Funktion

Ein Telegraf ist ein System zur Nachrichten-Übermittlung über weite Strecken mit Hilfe optischer Signale.
Historische Vorläufer waren Rauchzeichen und bis in die Neuzeit Flaggensignale (Seefahrt ). ln Frankreich hatten die Brüder Chappe in der Zeit der Französischen Revolution ein System entwickelt, optische Signale über weite Strecken zu übertragen. Die Telegrafenstrecke  wurde durch eine Reihe von Signaltürmen gebildet die in Sichtweite zueinander standen. Balken mit schwenkbaren Signalarmen stellten die mit Fernrohren sichtbaren Zeichen dar. Claude  Chappe (1763-1805) entwickelte daraus ein technisch praktikables Verfahren, alle Buchstaben des Alphabets und Sonderzeichen darzustellen und auch in verschlüsselter Form weiter zu geben.

Der technische Standard der damaligen Fernrohre (Teleskope) erlaubte einen Abstand der Türme von ca 12 km. Die Übertragung war nur bei Tageslicht und klarer Sicht möglich, die Übertragungs­ geschwindigkeit war aber deutlich höher als mit berittenen Boten.

Historischer Kontext

Anfang 1800 war Napoleon nach dem Sturz der Revolutionsregierung alleiniger Herrscher in
Frankreich und in der intensivsten Phase seiner Expansionspolitik. Da war ein perfekt organisiertes Telegrafensystem sehr nützlich. Truppenbewegungen mußten großräumig organisiert, geheimdienstliche Informationen weitergeleitet und wichtig für die Stärkung seiner Position - immer wieder militärische Erfolge nach Paris gemeldet werden. ln dieser Zeit hatte das Netz der optischen Telegrafen, in dem Paris mit allen landesteilen  Frankreichs verbunden war, bereits eine länge von über 5000 km mit 534 ständigen Stationen. Seit Dezember 1797 war Mainz als Hauptstadt des "Departement du Mont Tonnere" (Donnersberg) die östlichste Garnisonsstadt des Imperiums.

Die Linie Paris-Metz wurde  bis Mainz verlängert und umfasste 22 neue Stationen vom Palais de Justice, Metz (Nr.1) bis zur Zitadelle St.  Stephan, Mainz (Nr. 22). Der Turm auf der Napoleonshöhe war Station Nr. 20. Die Nachbartürme waren Hungriger Wolf bei Bad Kreuznach (Nr. 19) und Heidenhof bei Schwabenheim an der Selz (Nr.21).

ln  der  Neujahrsnacht  1814 hatten  die  gegen  Napoleon vorrückenden Koalitionstruppen unter der Führung von Marschall Blücher bei Kaub den Rhein überschritten, kurz danach wurde Kreuznach und die dortige Telegrafenstation eingenommen.Das war das Ende der Linie Metz-Mainz. Immerhin hatte das französische Telegrafennetz auchd die internationalen Mächte sehr  beeindruckt. ln vielen Staaten wurden nationale Telegrafenlinien eingerichtet. Die zunächst zögerliche Preußische Militärbürokratie begann 1833 mit dem Bau der Linie Berlin­ Koblenz die später bis Trier verlängert wurde. Ab 1840 begann die Aera der elektrischen Zeigertelegrafen und damit das Ende der Optischen Telegrafie.

"Napoleonshöhe" bei Sprendlingen

Der jetzige Turm auf der "Napoleonshöhe" nahe Sprendlingen wurde im Jahr 2014, also 200 Jahre nach dem Ende der französischen Telegrafenlinie gebaut. Als  technikgeschichtliches Denkmal  erinnert  er  an  die  Anfänge  der Nachrichtenübertragung über weite Distanzen.
Die Signalarme entsprechen dem "Chappeschen System", wurden aber aus Sicherheitsgründen nicht mit beweglichen, sondern feststehenden Zeigern ausgestattet. Die Richtungs-markierungen auf der Aussichtsplattform weisen  auf  die  ehemaligen Standorte der  Nachbartürme "Hungriger Wolf'  bei Bad Kreuznach (Richtung Metz) und "Heidenhof' bei Schwabenhein/Selz (Richtung Mainz).

 
Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
08:00 bis 12:00 Uhr
(mittwochs nur nach Terminvereinbarung)

Dienstag zusätzlich
14:00-16:00 Uhr

Donnerstag zusätzlich
14:00 bis 18:00 Uhr 

Termine außerhalb der Öffnungszeiten sind nach Terminvereinbarung möglich. 

Ansprechpartner

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Telefon
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Telefax
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